Skandal in der Loge

3.3.2011, Wiener Opernball Eröffnung

Vielleicht fühlt sich manch‘ junge Frau in die Zeit zurückversetzt, als sie noch «Barbie» spielte, mit Begeisterung «Cinderella» oder später «Plötzlich Prinzessin» schaute. Alle, die über 15 sind, teilweise von Enttäuschungen geprägt, wissen inzwischen, dass dieser Mädchentraum leider nicht so ganz der Realität entspricht, obwohl die Sehnsucht nach einer heilen Welt, in der man geliebt wird und Liebe weitergeben kann, natürlich noch immer besteht.

Die grössten Chancen, diesen Traum wenigstens ein Stück weit zu verwirklichen, haben «Ladies», wenn sie gewisse Regeln befolgen. Denn im Gegensatz zur Frau wird man nicht als Lady geboren. Auch der Wiener Opernball, an dem ich selbst schon Walzer tanzte, macht aus Frauen keine Ladies. Aber Ladies sind auf solchen Bällen ein besonderer Blickfang. Sie strahlen eine natürliche Würde aus, die sich im Glanz des wunderschönen Ballsaales erst richtig entfaltet, besonders dann, wenn sie das Glück haben, von einem echten Gentleman begleitet zu sein.

Nicht die Grösse des Portemonnaies entscheidet über Sein oder Nichtsein eines Gentleman oder einer Lady, auch ein 20.000 Euro teures Ballkleid macht eine Frau noch lange nicht zur Lady, und ein Dekolleté, welches Einblicke gewährt, als handle es sich um ein Fotoshooting für den Playboy, ist einer Lady schlicht unwürdig.

Oftmals entpuppt es sich als Trauerspiel, in das sich manche junge Frau hineinmanövriert und das Image, eine Bitch zu sein, nicht mehr los wird. So ziert der Baulöwe Richard Lugner (84) inzwischen mit der fünften Ehe-Frau (26) an seiner Seite alljährlich den Opernball, bei denen die Frauen immer jünger, die Ausschnitte immer grösser und die Auftritte immer peinlicher werden.

Aber es gibt sie – die Ladies – die ehemaligen Organisatorinnen des Opernballs die Grand Old Lady Lotte Tobisch-Labotyn

, der Inbegriff der Wiener Salon Dame und die Besitzerin des berühmten Hotels Sacher, Elisabeth Gürtler, scheinen einen besseren Weg gewählt zu haben. Elisaneth Gürtler erinnert ein wenig an Margaret Thatcher, nicht umsonst sind die beiden ehrgeizigen und selbstbewussten Frauen mit dem gleichen Titel «eiserne Lady» gekrönt worden. Solchen Frauen kann selbst das Alter nichts anhaben, sie sind und bleiben Ladies und als solche auch in Erinnerung.

Herzogin Catherine konnte sich Dank Königin Elisabeth II., welche auch schon zu Gast im Hotel Sacher war,  zumindest äusserlich zur Lady entwickeln, nachdem ihr die persönliche Stilberaterin der Königin zur Seite gestellt wurde. Sie soll dafür sorgen, dass Herzogin Catherine künftig angemessen auftritt.

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Charakterliche Tugenden begleiten eine echte Lady genauso wie ihre Kleidung, deshalb soll beides in diesem Blog nicht zu kurz kommen. Ja, ein hohes Ideal, dem es nachzueifern lohnt, denn eine Lady hat Stil, Würde, Mitgefühl und ein gesundes Selbstwertgefühl.

 

4 thoughts on “Skandal in der Loge

  1. Chère „Weiterdenkerin“,

    der in Ihrem „Hauptblog“ (wenn ich ihn so nennen darf), der nach Ihrem Nickname benannten Blog „Die Weiterdenkerin“, ausgesprochenen Anregung gerne folgend, befinde ich mich nun auf diesem höchst unterhaltsamen Blog, obwohl ich mich – naturgemäß – eher nicht in Ausbildung zu einer Lady begriffen fühlen kann …

    Dennoch werde ich beide Blog-Empfehlungen gerne an meine Leserinnen und Leser (hier hat das sonst so zwanghafte, und von mir altem Liberalen/Libertären konsequent unterlassene „Gendern“ durchaus seine Berechtigung) weitergeben!

    Doch nun zum obenstehenden Artikel: bei aller Wertschätzung gegenüber unserer Wiener Sacher-Chefin, Frau Gürtler, der man wirklich in keiner Weise absprechen kann, stets „lady-like“ zu sein, bedauere ich dennoch, daß Sie nicht (vermutlich weil Sie sie nicht mehr „kennengelernt“ hatten) deren langjährige Vorgängerin als „Ballmutter“ des Wiener Opernballs als vielleicht noch leuchtenderes Beispiel einer wirklichen „Grand Old Dame“ der Wiener Gesellschaft erwähnten, Frau Lotte Tobisch (recte „Tobisch von Labotyn“), die vor einigen Monaten in geradezu unvorstellbarer körperlicher und geistiger Frische ihren 90. Geburtstag feiern konnte.

    Um Ihnen (und Ihren Leserinnen) ein illustratives Beispiel von ihr zu geben, hier ein Link zu einem langen Geburtstags-Interview (gemeinsam mit dem Philosophen Paul Liessmann) aus Anlaß ihres Neunzigers: https://youtu.be/esj7QF1INxM

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