Geiz? Nichts für Ladies!

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Mit der Bemerkung, dass der Kuchen nicht alltäglich sei, sondern dieses Rezept etwas ganz besonderes und vor allem teueres sei, übergab die Schwiegermutter feierlich das Rezept. Guter Dinge und nicht so recht wissend, was an dem Kuchen kostspielig sei, fügte die Schwiegertochter ein 1 L Cognac dem Teig bei. Der Kuchen misslang gewaltig und Schwiegermutter fiel aus allen Wolken. Dass die Schwiegertochter statt 1 Löffel Cognac sage und schreibe 1 Liter in den Teig goss, brachte sie gewaltig aus der Fassung, und der Frieden war dahin.

Mit allen Untugenden, ob Stolz, Neid, Geiz, Zorn oder Eifersucht ist es so – werden diese geweckt, braut sich ein Gewitter zusammen. Als gehörten die Besitzer nicht mehr sich selbst, werden sie zu Spielbällen destruktiver Emotionen, denen sie nicht mehr Herr zu werden scheinen. Solange sie niemand daran erinnert und sich das Umfeld ihnen fügt, können Untugenden sogar als Tugenden empfunden werden. Deshalb ist «Geiz für Geizige keine Plage, sondern ein Genuss. Dass können nur die Geizigen ganz verstehen». Moliére

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So ist es durchaus einleuchtend, dass nur diejenigen diesen kurzen Artikel lesen werden, die unter den Untugenden derer zu leiden haben, die wahre Künstler im Vermeiden solcher Auseinandersetzungen sind. Sie blenden sie lieber aus oder benutzen ein angenehmeres Vokabular. Für Geiz klingt Sparsamkeit einfach besser und nicht so negativ,  in der Tat weiss man nicht, wo genau die Grenzen zwischen den beiden zu ziehen sind. Und Verschwendung ist wahrlich auch keine Tugend, der es nachzueifern gilt!

Nur die Bibel stellt da manchmal ökonomisches Denken auf den Kopf. Zum Entsetzen der Jünger salbte Maria Magdalene doch tatsächlich das wahnsinnig teure Öl auf die Füsse Jesu, und er liess es auch noch zu! Was für eine Verschwendung in den Augen der Jünger. Noch schlimmer war es nur im Alten Testament. Wie gern hätte das gebeutelte Volk das vom Himmel gefallene Manna gehortet und konserviert, aber nicht mal für den nächsten Tag durften Reserven zurückgelegt werden.

Was für ein Schreckensszenario, besonders für Schweizer, die Weltmeister in der Altersvorsorge sind und sich lieber über- statt unterversichern. Nicht das man stolz (Untugend!) darauf sein sollte, ohne Sicherheiten zu leben, aber manche Dinge im Leben sind einfach vorgegeben.

Beneidenswert (Untugend!) ist es natürlich schon, auf einer gut gepolsterten Geldmatratze zu liegen, sorgenfrei nach Lust und Laune die angenehmen Dinges zu geniessen, um die Welt „zu jetten“ oder Glücksgefühle beim Sichten des Kontostandes wachsen zu lassen. Ohne Geld wird da nichts! Logisch? Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert! Ein bisschen logisch?

Das einzige Problem, dass sich in den Weg stellen könnte, ist vielleicht ein frühzeitiges Ableben – ob mit oder ohne Cognac.  „Mit leeren Händen kommt der Mensch, mit leeren Händen geht er wieder. Und dazwischen bildet er sich ein, etwas zu besitzen“  (aus Indien).

 

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Geiz macht nicht frei, sondern raubt die Lebensfreude. Deshalb lieber Hände weg 😉

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