Der Gentleman, Plädoyer für eine Lebenskunst

München verbindet man mit Bier, Weisswurst und einer gewissen Bodenständigkeit oder aber mit der Münchner Schickeria, die recht wenig mit der Unaufdringlichkeit eines Gentleman gemein hat. Dass ich  ausgerechnet in München fündig geworden bin, ist ganz „unbescheiden“ formuliert, meiner Hartnäckigkeit zu verdanken. Das Interesse, diesen Autor persönlich kennenzulernen, wuchs mit jeder Seite der Lektüre des aussergewöhnlichen Büchleins. Ich würde behaupten, es ist eines der besten Bücher zum Thema Gentleman. Dass sich «Ladies» ebenso dafür begeistern können, steht ausser Frage, handelt es sich doch mehr um eine philosophische Betrachtungsweise als um einen Ratgeber, wie es diese schon zuhauf gibt.

Im Gespräch zeigte sich dann auch immer wieder die philosophische Seite des promovierten Philosophen aber vor allem sein echtes und ehrliches Interesse an Menschen. So schreibt er nicht nur, dass der Gentleman ein Zeit-lasser sei, sondern lebt dies auch selbst! Keine Hektik während des erquicklichen Austausches im Münchner Literaturhaus, keine Wichtigtuerei, keine Selbstdarstellerei.

So etwas findet man heute höchst selten, da jeder nach Aufmerksamkeit giert, als hinge Leib und Leben davon ab. Keine Spur davon, vielmehr echt gentlemanlike, blässt sich jemand wie Martin Scherer nicht auf und setzt im Gegensatz zu einem Dandy punkte Kleidung auf gediegenes Understatement. Auch wenn er seine sorgfältig und auserlesenen Kleidungsstücke gerne  in Italien kauft, ist er sich dessen bewusst, dass Kleidung zwar ästhetisch die Persönlichkeit unterstreicht, aber mitnichten das entscheidende Kriterium für einen Gentleman darstellt. Vielmehr sind es Herzens- und Lebenseinstellung, die einen wahren Gentleman ausmachen.

Auf den Punkt gebracht, entweder man ist es oder man ist es nicht. Trainieren wie einen Leistungssport kann man die Lebenskunst eines Gentlemans nicht und Karriere machen um jeden Preis wird er auch nicht, weil ein Gentleman sich und seinen Werten treu bleibt. Ein unendlicher Reichtum, denn ein Gentleman lebt und geniesst im wahrsten Sinn des Wortes, wo auch immer er zu Hause ist, äussere Rahmenbedingungen halten ihn nicht davon ab sein Leben zu leben – immer mit dem gewissen „Etwas“, da nur nach aussen strahlen kann, was verinnerlicht wurde. Er lebt eben und wird nicht gelebt.

Wissen Sie nun, was ich meine? Nicht? Dann sollten Sie sich das Büchlein „Der Gentleman“ Plädoyer für eine Lebenskunst dringend zu Gemüte führen!

„Astoria“ eine Perle in Seefeld

 

 

Ist sie das??? Das kann doch nicht sein – im Tirol?

Tatsächlich! Nichts ahnend sass ich am Abreisetag letzten Jahres in der Lounge des exklusiven Hotels „Astoria“ in Seefeld und nahm von weitem wahr, dass die Geschäftsfrau Elisabeth Gürtel telefonierte, vermutlich mit dem Pariser Interior Designer Pierre Yves Rochon?

Nun ist Elisabeth Gürtel nicht irgendwer, sondern die ehemalige Chefin des Hotels Sachar in Wien. Als perfekte Gastgeberin lernte ich sie anlässlich eines Opernballs, deren Organisatorin sie damals war, vor eine paar Jahren indirekt kennen. Eine Lady, wie sie im Buche steht, man könnte sie gar als eiserne Lady bezeichnen, was sie beginnt scheint zu gelingen. Jedenfalls  brachte  sie das legendäre Hotel Sacher, indem die „Crème de la Crème“ gerne absteig, zu neuem Glanz

Und nun wirkt sie im Tirol!

Die Chefin des Wellness Hotels verbrachte hier schon als Kind schöne Stunden und  durfte ein Stück heile Welt erleben, inzwischen ist es eines der 26 besten Hotels Österreichs. Und wie es der Zufall wollte, traf ich sie dieses Jahr nicht am Abreise- sondern am Anreisetag am gleichen Ort. Mit einem gewichtigen Unterschied, nämlich in der neuen sensationell schön gestaltenten Lobby -Lounge mit Blick auf die Seefelder Bergwelt,  vertieft in geschäftliche Gespräche. Bei einer so vielbeschäftigte Lady, welche immer zwischen Wien und  Tirol pendelt, das Amt der Generaldirektorin der Spanischen Hofreitschule inne hat und täglich genötigt ist, eine Flut von Mails abzuarbeiten, war nur ein kurzes Telefongespräch über die Lautsprechanlage von ihrem Auto aus möglich. Aber eine Grand Lady hält ihre Zusagen ein!

Das zweite Mal nun schon, waren mir sehr angenehme Tage in dem  5 Sterne Hotel vergönnt. Wie schon angedeute, ist die Symbiose zwischen elegant und alpin absolut gelungen. Verantwortlich war der schon oben erwähnte Pariser Interior Designer Pierre Yves Rochon.

Innnerhalb von nur drei Monaten waren die Umbauarbeiten abgeschlossen, allein das ist schon eine Leistung, wenn man das Resultat betrachtet! Hier kann man die Zeit vergessen, auftanken oder abtauchen – wie es beliebt. Das Interior des Hotels mit viel Charme ist grandios und gehört zu den Best Alpine Wellness Hotels. Das Abendmenü ist Genuss pur – GaultMillau versteht sich! Die 7 Gänge sind nicht nur eine Augenweide, hier kann man sich so richtig verwöhnen lassen, nachdem man tagsüber die Bergwelt bestiegen oder befahren oder sich im Spa-Bereich erholt hat.  Der Chef de Service Gerhard Schmutz sollte keinesfalls unerwähnt bleiben. Mit ihm, der Seele des Restaurants, kann man besonders nett über Gott und die Welt plaudern.

Nun hoffe ich, das nächste Mal Frau Gürtler persönlich zu treffen bzw. die umtriebige Lady interviewen zu dürfen, da sie eine Lady der ganz besonderen Art ist!

 

Bitterkeit? Nichts für Ladies!

Hilfeeee

man sieht ihnen an, sie wirken ganz und gar nicht anziehend auf ihre Mitmenschen – im Gegenteil – da hilft nur Abstand nehmen, und auf humorvolle Konversation sollten man ganz verzichten – mit solchen Menschen ist nicht zu spassen!

Im Grunde genommen haben sie sich ihr Leben ganz anders vorgestellt. Schuld, dass es anders gekommen ist, sind die Anderen d.h. die Nächsten, die Übernächsten eigentlich die ganze Welt, mit der sie deshalb auf Kriegsfuss stehen – einzig Bienen, Hummeln und Schmetterlinge machen das Leben halbwegs erträglich – so die Meinung  einer «entfernten» Bekannten. Aufopferungsvoll pflegte die gut betuchte Singlefrau ihre hochbetagte Mutter bis zum Lebensende. Eigentlich eine höchst ehrenvolle Tat, wenn da der bittere Beigeschmack nicht wäre. Sie scheint Menschen, die nicht so sind wie sie selbst und besonders Kinder zu hassen, ganz im Gegensatz zu einer Nachbarin, die Menschen und besonders Kinder liebt. Als 10 -jährige erlebte sie, wie ihre Mutter von der Gestapo abgeholt und hingerichtet wurde, ausserdem war sie später mit einem unerträglichen Mann verheiratet und ihr Traum vom Medizinstudium platzte. Verbitterung? Keine Spur!

Wieso neigen manche mehr zur Bitterkeit als andere?

Es gibt Menschen mit extrem leidvollen Erfahrungen, denen man nichts anmerkt, sie scheinen mit sich, ihrer Umwelt resp. ihrem «Schicksal» versöhnt und andere hadern damit bis zum Lebensende. Liegt es am Charakter oder gar an Religion?

Neigen Religiöse weniger zur Bitterkeit, weil sie dem Leid einen tieferen Sinn abgewinnen können, sich selbst vielleicht nicht so «wichtig» nehmen und sich damit der Fokus der Ich-Zentriertheit automatisch auf eine höhere Macht verschiebt?

Nach Viktor Frankl, dem Begründer der Logoherapie muss man keineswegs «religiös» sein, da der Sinn so nicht gegeben wird, sondern selbstbestimmt gefunden werden muss. Die Grundthese ist: Der Mensch ist ein Wesen auf der Suche nach einem Sinn. Aber aufgepasst! „Je mehr der Mensch nach Glück jagt, umso mehr verjagt er es auch schon. Es geht also nicht um Glück, sondern um einen Sinn, der letztendlich glücklich macht.

Aber was ist, wenn alles keinen Sinn zu machen scheint?

Gedanken, die sich sicherlich Viktor Frankl als KZ-Häftling des Öfteren stellte, sofern er überhaupt in der Lage dazu war.  Die ganze Familie kam 1942 unter den Nazis ins Konzentrationslager, sein Vater, seine Mutter und seine Frau wurde in verschiedenen Lagern umgebracht; nur Viktor Frankl überlebte. Während viele andere am Erlebten zerbrachen, blieb Frankl dabei: selbst in schwersten Umständen einen Sinn zu finden. «Trotzdem Ja zum Leben sagen»! Frankl, der stets von der kleinsten positiven Erfahrung berührt war, wertete diese als Beweis dafür, «dass man dem Menschen im Konzentrationslager alles nehmen kann, nur nicht die letzte menschliche Freiheit, sich zu den gegebenen Verhältnissen so oder so einzustellen».

Auch wir haben die Wahl!

Jeder von uns kennt Gefühle wie Neid, Gier, Geiz, Eifersucht und Stolz, sie nagen an unserer Seele, rauben uns die Kräfte und bringen Schönes zum Erliegen, im Extremfall führen sie gar zur Verbitterung. Wir können uns aber immer wieder entscheiden, wie viel Raum wir dem geben wollen, wir können sogar diese Fesseln lösen, um frei zu sein! Vielleicht mit Liebe?

„Liebe hat Geduld. Liebe ist gütig. Sie kennt keinen Neid. Sie macht sich nicht wichtig und bläht sich nicht auf;  sie ist nicht taktlos und sucht nicht sich selbst; sie lässt sich nicht reizen und trägt Böses nicht nach;  sie freut sich nicht, wenn Unrecht geschieht, sie freut sich, wenn die Wahrheit siegt. Sie erträgt alles; sie glaubt und hofft immer. Sie hält allem stand“.

Eines steht fest, wir können nicht den Anderen, sondern nur uns selbst ändern. «Der Weg zum Ziel beginnt an dem Tag, an dem du die hundertprozentige Verantwortung für dein Tun übernimmst» . Dante Alighieri der 1265 geborene italienische Dichter und Philosoph war ein kluger Mann.

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Osternest

Eigentlich hätte an dieser Stelle „Die Demut der Schokoladenkönigs“ erscheinen sollen. Manchmal kommt es dann doch anders als man denkt. Aber nicht so schlimm ;=) „Ein innerlicher Mensch weiss sich in die Dinge zu schicken, wie die Dinge kommen“ ;=)

 

 

Nichtsdestotrotz sollte sich in jedem Osternest ein solch leckeres Osterhäschen befinden – ein echter Genuss!

 

 

Frohe Ostern wünsche ich allen Ladies und Gentlemen !

Und nach Berlin kommen sie jetzt auch.

 

 

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Baselworld

Baselworld, die weltweit grösste Uhren- und Schmuckmesse, bildet das ab, was sie ist: Luxus pur! Besonders auf den Etagen der Edelmarken vereinen sich Edelsteine, Metalle, Kreativität und Perfektionismus zu einer Symbiose. Immer wieder beeindruckend zu sehen, wozu der Mensch fähig ist, Schönes und Wertvolles zu gestalten und so zu präsentieren, dass der Wert auf Grund dessen schon ins Gigantische zu steigen scheint.

Picchiotti

Christiane Deps

Eine Augenweide für Liebhaber schöner Schmuckstücke, phantastischer Uhren, allen voran die Schweizer Uhren Rolex, Omega, Cartier, Patek Philippe, TAG Heuer, Longines, Breguet, IWC Schaffhausen, Chopard, ETA, Zenith, Jaeger-LeCoultre, Breitling, Bucherer, Hublot.

 

New 2017 Patek Philippe

Auch Ladies erfreuen sich daran, ohne sich blenden zu lassen. Sie bewahren im Kern ihre Bescheidenheit und pflegen in allem einen massvollen Umgang. Das macht es möglich, neben Glanz und Luxus den dahinterstehenden Menschen niemals aus dem Auge zu verlieren, in etwa so, wie die Bürger der Schweizer Uhrenproduktionsstätte in Le Locle, diese seien „aufrecht wie die Tannen“. Ja, so ist es, und so sollte es bleiben!

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Neid? Nichts für Ladies!

Ein Blick am Morgen auf Facebook oder Instagram lässt einem vor Neid erblassen. Zu sehen sind perfekte Menschen, reiche Menschen, glückliche Menschen. Entweder sie sind  gerade in den Ferien oder trainieren ihren Körper im Fitnessstudio auf Hochtouren – nur ich nicht! Und gesundes Essen gibts auch jeden Tag – nur bei mir nicht!

Da hilft nur noch ein Blick aus dem Fenster, um das Gesehene ganz schnell zu vergessen.

Boahhhh: «Das darf doch nicht wahr sein»! «Mein Nachbar – schon wieder»! Muss der mir seinen Flitzer immer wieder demonstrativ vor die Nase setzen? Der macht das extra, um mich zu ärgern, verfügt nicht mal über so viel Empathie, den Stein des Anstosses zu verstecken, wie sich das für gute Basler gehört?

Mit diesem Gefährt brauchte ich nicht mehr 5 sondern maximal 3 Stunden, um meine Mutter zu besuchen. Typisch, ICH könnte es gebrauchen aber er hat`s. Und ausgerechnet noch rot! Die frischen Brötchen bleiben mir gleich im Hals stecken, und der Erstickungstod droht dieses Mal unbarmherzig zuzuschlagen.

Tod? Und damit wären wir bei den – Achtung nicht erschrecken! –  7 Todsünden. Nicht, dass Sie oder ich bei Neidanfällen den Tod verdient hätten, nein wir richten uns selbst zugrunde, man könnte auch sagen Selbstmord auf Raten.

Neid lässt nicht zu, zu sehen, was ich HABE, sondern immer nur das, was ich NICHT HABE. Das liegt in der Natur des Neides und damit ist Zufriedenheit kategorisch ausgeschlossen. Wie eine Ölteppich auf dem Meer breitet sich dieses Gift aus und beherrscht die Seele wie ein Tyrann einen Sklaven.

 

Sich darüber grün und blau zu ärgern, ändert allerdings nicht das Geringste an der Tatsache, dass die Figur der anderen vielleicht besser ist, die Beine länger, das Haar glänzender, die Haut straffer, das Gesicht schöner, die Brüste grösser und sie auch noch jünger und begehrenswert sind, besonders für Männer, die mit Geld nur so um sich werfen und sich Frauen halten wie einen Zoo. Boahhhh über 12 Million «gefällt mir», das lässt nun wiederrum alle (von Minderwert geplagten?) Männer vor Neid erblassen…..bin gespannt, wer von meinen FB Freunden da „gefällt mir“ drückt 😉

….oder wir entschliessen uns zukünftig, den Objekten des Neides die kalte Schulter zu zeigen? Natürlich! Was denn sonst!

 

 

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Gier? Nichts für Ladies!

 

 

gier

Haben Sie schon einmal eine Schlacht am Buffet erlebt?  Vorsicht ist geboten, denn Heisshungrige haben Vortritt! Zum einen haben sie länger als 2 Stunden nichts gegessen, zum anderen sind die Teller viel zu klein und die Augen viel zu gross.  Die Zeit ist daher knapp, Rivalen auszuschalten, die das Objekt der Begierde gleichfalls  erobern wollen. Gewöhnlich halten sich Ladies bei  Überlebenskämpfen um Kaviar, Wildlachs und Crevetten diskret zurück, suchen den nötigen Abstand und beobachten das bunte Treiben lieber aus der Ferne.

Zuviel Schein, zu wenig Sein?

Ob reich oder arm, wenn der Mensch «Hunger» hat, vergisst er alles, was mit Anstand und Würde zu tun, da hilft es auch nicht, im Besitz einer Luxuswohnung zu sein, bei der 17 Quadratmeter für 1 Million Dollar zu haben sind. Verhältnismässigkeit gibt es in solchen Kategorien nicht mehr. Must have – um dazuzugehören! So kann nicht nur Materie, sondern auch Anerkennung zur Gier werden – für alle und jeden, dank Facebook oder Instagram zu haben. Da zählt, wer die meisten Freunde oder Abonnenten hat. Bei zu wenig likes kann das Selbstwertgefühl schon mal im Keller versinken und braucht Tage, wenn nicht sogar Wochen, um sich mit aller Kraft wieder aufzurappeln. 😉

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Contenance ist dann angesagt, wenn die Gier den Menschen zu beherrschen versucht. Schneller als man denkt schlittert man hinein, Gabeln werden zu Waffen und Menschen ätzend, wenn sie einem das letzte amuse bouche vor der Nase wegschnappen. Das kann die ganze Stimmung abgrundtief «versauen», denn alles dreht sich dann nur noch um MICH und darum, zu kurz gekommen zu sein, benachteiligt vom Leben und sowieso….

……und sowieso…. und schwupps landet man in der Falle der Gier. Wie alle Untugenden ist es nicht zuletzt eine Sache der Einstellung. Wie denke ich über mich?

Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Worte.
Achte auf Deine Worte, denn sie werden Handlungen.
Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten.
Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter.
Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal.

Ein Gieriger glaubt immer zu kurz gekommen zu sein und Ersatzbefriedigungen verhelfen ihm, diesen geglaubten Mangel mit Essen, Trinken, Drogen, Sex, Macht oder Reichtum etc. wenigstens kurzfristig zu befriedigen. Einen kurzen Moment glaubt man satt zu sein und ist es doch nicht. Ein Fass ohne Boden oder wie es Erich Fromm formuliert: «Der Gierige erschöpft sich in der nie endenden Anstrengung, seine Bedürfnisse zu befriedigen, ohne dass ihm dies je gelingt».

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Die Gier kennt deshalb auch kein Mass, weil sie nie genug hat, neigt sie  immer zur Masslosigkeit. Mit gesunder Eigenliebe hat das schon lange nichts mehr zu tun. Jeder, der sein Ego überfüttert, scheitert früher oder später an sich selbst. Untugenden haben allesamt nichts mit Freiheit zu tun, sind besitzergreifend und halten fest wo sie loslassen sollten.

Ein Gieriger herrscht genauso wenig über sich selbst wie ein Geiziger, Eifersüchtiger oder Stolzer. Und weil sie sich selbst nicht beherrschen können, neigen sie dazu, andere mit ihren Untugenden zu beherrschen, im Extremfall gar zu tyrannisieren – natürlich ohne sich dessen bewusst zu sein.

 

 

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Ach, sagen Sie mir einen Mann, der nicht mehr will….

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Ihr Lachen bezaubert, entwaffnet und ermutigt, herzlich, stilvoll und zugleich unendlich gelassen. Eine echte Wiener Salon Dame, gibt Einblicke in ihr Leben und ihr Denken. 16 Jahre lang war Lotte Tobisch als Organisatorin des Opernballs im Einsatz und erlebte dabei Demonstrationen, Starrummel und Stornierungen. „Den Opernball habe ich so genommen wie ich sehr vieles und vor allem mich selber nehme: Ernsthaft machen aber nicht ernst nehmen».  Eine aussergewöhnliche Frau und ganz lady like ist sie kein Mensch, der seine Umgebung unentwegt mit seinen eigenen Sorgen belastet….

Denken Sie gerne über sich nach?

Über mich nicht so sehr, ich denke über das Leben und über andere Menschen nach. Wenn sie sich allerdings ein Leben lang mit anderen Menschen beschäftigen, dann kommt man wiederrum auf sich selbst zurück. Man ist ja nicht so viel anders. «Liebe deinen Nächsten wie dich selbst» denn dein Nächster ist wie du.

Gelassenheit, Selbstironie haben diese Tugenden des Alters an Bedeutung gewonnen?

Natürlich bin ich im vorgerückten Alter gelassener und im Umgang mit Menschen nachsichtiger, rücksichtsvoller und vorsichtiger im Urteil geworden. Ein Grund, den ich schon erwähnt habe, liegt darin, dass man sich über die anderen selbst kennengelernt hat. Im Moment gelte ich überall als Vorbild, das bin ich nicht. Ich habe in meinem Leben viele  Fehler und auch Blödsinn gemacht.

Intellektuelle und Denken z.B. Adorno haben ihr Leben begleitet. Wie kamen Sie zu diesen Philosophen.

Es waren Zufälle und es war mir offenbar gegeben, diese beim Schopfe zu packen. Ich hätte nie gedacht, dass eine freundschaftliche Beziehung mit dem grossen Adorno wachsen könnte, von der ich unendlich profitiert habe.

Aber er wollte ja mehr?

Ach, sagen Sie mir einen Mann, der nicht mehr will. Natürlich habe ich ihm gefallen. Ich stehe auf dem Standpunkt, dass es nicht nur auf die Männer, sondern auch auf die Frauen ankommt.  Adorno hat sehr bald gemerkt, dass da nichts ist, er hat mich interessiert und ich habe ihn interessiert und so hat man sich gefunden. Das wurde dann eine echte Freundschaft, die so weit ging, dass er mir alle seine Kümmernisse anvertraute.

Sie kommen aus gutem Haus und sind mit Personal aufgewachsen, hatten keine finanziellen Sorgen. Haben Sie eine Ahnung wie es Menschen geht, die das nicht haben?

Einerseits bin ich in einem goldenen Käfig aufgewachsen, andererseits habe ich während des Krieges keinen Groschen Geld gehabt und habe das Leben 1945 mit all seiner Brutalität kennengelernt. Mein Fazit: Nimm das Leben wie es ist und nicht wie du es dir vorstellst! Revolutionen können unendlich viel verändern, nur eines nicht – den Menschen. Das sollten wir zur Kenntnis nehmen. Auch, dass wir nicht so grossartig sind wie wir meinen und glauben, auf alles Anrecht zu haben.

Anti aging, aktiv Aging, was denken Sie, wenn man Ihnen sagt, was Sie essen sollen, wie Sie sich bewegen sollen und was Sie denken sollen damit sie gesund alt werden?

Ich benutze seit eh und je Nivea Creme und habe niemals eine Diät gemacht. Der Mensch hat ein Ablaufdatum, wie alles in der Welt, für mich wäre es eine Horrorvorstellung mit «Ersatzteilen» 200 Jahre leben zu müssen. Man hat ein Recht zu leben und ein Recht zu sterben, und ich will sterben. Alles was verordnet und verboten wird, halte ich für völlig falsch, ein gewisses Mass an Erfahrungen soll man den Menschen lassen.

Ihre Beziehung zu Buschbeck war die grosse Liebe Ihrer Lebens und Sie sagen die Fröhlichkeit ist heute noch der Humus dieser Beziehung?

Ach ja, die Fröhlichkeit ist so eine Sache, ganz so fröhlich, wie ich aussehe bin ich nicht. Vielleicht ist es weniger die Fröhlichkeit als eher die Verbundenheit mit dem Leben. Erfahren durfte ich das in einer 11jährigen glücklichen Liebe. Ich bin kein Freund, der seine Umgebung unentwegt mit seinen eigenen Sorgen belastet, die Freuden hingegen teile ich gerne. Aber Leiden, Kümmernisse, meine Bedenken und Traurigkeit gehören mir, das mache ich mit mir aus.

Auch Ihre Einsamkeit?

Ich bin gerne allein aber einsam bin ich eigentlich nicht. Ich habe viele jüngere Leute um mich, die mich gerne um Rat fragen, denen sage ich allerdings, macht es nicht so wie ich, sondern werdet eigenständig und lasst euch nichts einreden.

Ich finde, so lange man kann sollte man etwas tun, vor allem dann, wenn es etwas ist was anderen zugutekommt. Was aber bleibt und wirklich wichtig ist, ist die Liebe.

 

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Geiz? Nichts für Ladies!

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Mit der Bemerkung, dass der Kuchen nicht alltäglich sei, sondern dieses Rezept etwas ganz besonderes und vor allem teueres sei, übergab die Schwiegermutter feierlich das Rezept. Guter Dinge und nicht so recht wissend, was an dem Kuchen kostspielig sei, fügte die Schwiegertochter ein 1 L Cognac dem Teig bei. Der Kuchen misslang gewaltig und Schwiegermutter fiel aus allen Wolken. Dass die Schwiegertochter statt 1 Löffel Cognac sage und schreibe 1 Liter in den Teig goss, brachte sie gewaltig aus der Fassung, und der Frieden war dahin.

Mit allen Untugenden, ob Stolz, Neid, Geiz, Zorn oder Eifersucht ist es so – werden diese geweckt, braut sich ein Gewitter zusammen. Als gehörten die Besitzer nicht mehr sich selbst, werden sie zu Spielbällen destruktiver Emotionen, denen sie nicht mehr Herr zu werden scheinen. Solange sie niemand daran erinnert und sich das Umfeld ihnen fügt, können Untugenden sogar als Tugenden empfunden werden. Deshalb ist «Geiz für Geizige keine Plage, sondern ein Genuss. Dass können nur die Geizigen ganz verstehen». Moliére

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So ist es durchaus einleuchtend, dass nur diejenigen diesen kurzen Artikel lesen werden, die unter den Untugenden derer zu leiden haben, die wahre Künstler im Vermeiden solcher Auseinandersetzungen sind. Sie blenden sie lieber aus oder benutzen ein angenehmeres Vokabular. Für Geiz klingt Sparsamkeit einfach besser und nicht so negativ,  in der Tat weiss man nicht, wo genau die Grenzen zwischen den beiden zu ziehen sind. Und Verschwendung ist wahrlich auch keine Tugend, der es nachzueifern gilt!

Nur die Bibel stellt da manchmal ökonomisches Denken auf den Kopf. Zum Entsetzen der Jünger salbte Maria Magdalene doch tatsächlich das wahnsinnig teure Öl auf die Füsse Jesu, und er liess es auch noch zu! Was für eine Verschwendung in den Augen der Jünger. Noch schlimmer war es nur im Alten Testament. Wie gern hätte das gebeutelte Volk das vom Himmel gefallene Manna gehortet und konserviert, aber nicht mal für den nächsten Tag durften Reserven zurückgelegt werden.

Was für ein Schreckensszenario, besonders für Schweizer, die Weltmeister in der Altersvorsorge sind und sich lieber über- statt unterversichern. Nicht das man stolz (Untugend!) darauf sein sollte, ohne Sicherheiten zu leben, aber manche Dinge im Leben sind einfach vorgegeben.

Beneidenswert (Untugend!) ist es natürlich schon, auf einer gut gepolsterten Geldmatratze zu liegen, sorgenfrei nach Lust und Laune die angenehmen Dinges zu geniessen, um die Welt „zu jetten“ oder Glücksgefühle beim Sichten des Kontostandes wachsen zu lassen. Ohne Geld wird da nichts! Logisch? Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert! Ein bisschen logisch?

Das einzige Problem, dass sich in den Weg stellen könnte, ist vielleicht ein frühzeitiges Ableben – ob mit oder ohne Cognac.  „Mit leeren Händen kommt der Mensch, mit leeren Händen geht er wieder. Und dazwischen bildet er sich ein, etwas zu besitzen“  (aus Indien).

 

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Geiz macht nicht frei, sondern raubt die Lebensfreude. Deshalb lieber Hände weg 😉

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