22 Business-Regeln, die jeder kennen sollte

 

  1. Steht auf, wenn ihr jemandem vorgestellt werdet

„Aufzustehen hilft dabei, eure Präsenz zu verstärken“, schreibt Patcher. „Ihr erleichtert es anderen euch zu ignorieren, wenn ihr nicht aufsteht. Werdet ihr überrascht und könnt nicht rechtzeitig aufstehen, solltet ihr euch nach vorne lehnen um zu zeigen, dass ihr aufstehen würdet, wenn ihr es könntet.“

  1. Nennt immer euren ganzen Namen

In einer beruflichen Situation solltet ihr immer euren ganzen Namen nennen. Gleichzeitig solltet ihr darauf achten, wie andere vorgestellt werden möchten.

  1. Leitet immer das Händeschütteln ein, wenn ihr der Gastgeber oder die höher positionierte Person seid

Auch diese Regel steht nirgendwo geschrieben, sollte aber unbedingt beachtet werden. Wenn ihr Gastgeber oder in einer höheren Position seid, liegt es an euch, zuerst die Hand auszustrecken. „Macht die Person in einer höheren Position das nicht sofort — oftmals wegen Verwirrung aufgrund von Geschlechterrollen — dann solltet ihr schnell eure Hand ausstrecken.“

  1. Zieht euch angemessen an

Kleider sind eine Form nonverbaler Kommunikation. „Sie können das berufliche Ansehen einer Person steigern oder ihr seine Glaubwürdigkeit entziehen“ so Patcher.

Deswegen solltet ihr vor einem Event oder einem Meeting stets herausfinden, was der Dresscode der Veranstaltung ist.

  1. Sagt innerhalb einer Unterhaltung höchstens ein oder zwei Mal „Danke“

Wenn ihr das Wort „Danke“ öfters als ein oder zwei Mal benutzt, raubt es ihm die Bedeutung, schreibt Patcher. „Es lässt euch möglicherweise hilflos und hilfsbedürftig erscheinen.“

  1. Versendet einzelne Dankesbotschaften an alle Beteiligte

„Dankesbotschaften sollten innerhalb von 24 Stunden versendet werden“, weiß Patcher. „Ehe ihr euch zwischen E-Mail und handgeschriebenen Notizen entscheidet, bedenkt, dass Post mehrere Tage brauchen kann, um sein Ziel zu erreichen, während eine E-Mail sofort ankommt. „Dieser Zeitunterschied kann nach einem Einstellungsgespräch wichtig sein, wenn die Entscheidung schnell getroffen wird.“

  1. Legt euer Handy weg

Das dürfte hoffentlich bereits allen klar sein: Sein Handy in einem Meeting herauszuholen und darauf zu tippen ist extrem unhöflich. Es genügt schon, das Handy auf den Tisch zu legen — damit signalisiert ihr der Person, dass ihr euch langweilt und dazu bereit seid, euch mit jemand anderem zu unterhalten.

  1. Benutzt professionelle Fotos

Auf professionellen Seiten wie LinkedIn oder Xing solltet ihr stets professionelle Fotos hochladen. „Ihr wollt wie eine glaubwürdige, zugängliche Person wirken — nicht wie jemand, der gerade vom Strand kommt“, sagte Patcher im Gespräch mit Business Insider. So gut das Licht auch ist: Selfies aus dem Badezimmer haben nichts auf professionellen Webseiten zu suchen.

  1. Benutzt eine professionelle E-Mail-Adresse

Ihr arbeitet für ein Unternehmen? Dann solltet ihr eure Unternehmens-E-Mail-Adresse benutzen. Seid ihr hingegen selbstständig, solltet ihr trotzdem darauf achten, wie sie gestaltet ist. „Ihr solltet immer eine E-Mail-Adresse haben, die euren Namen überbringt, sodass der Empfänger direkt weiß, wer die E-Mail geschickt hat“, so Patcher.

  1. Checkt immer doppelt, ob ihr den richtigen Empfänger gewählt habt

Der Schuss kann schnell nach hinten losgehen! Achtet immer darauf, dass ihr wirklich den richtigen Empfänger gewählt habt.

  1. Benutzt professionelle Begrüßungen

Laut Patcher solltet ihr keine lockeren Ausdrücke wie „Hey Leute“ oder „Yo“ benutzen. Auch Spitznamen sollten nicht benutzt werden (zum Beispiel „Michael“ und „Mike“), so lange es nicht von der Person ausdrücklich gewünscht wird.

  1. Gebt zu, wenn ihr einen Namen vergessen habt

Das ist etwas, das jedem mal passiert, wie Patcher dem Business Insider erzählt. Wenn es passiert, solltet ihr nicht versuchen, euch durch die Situation zu manövrieren und hoffen, dass die Person es nicht bemerkt. Statt dessen solltet ihr etwas sagen wie: „Es tut mir so Leid. Ich habe deinen Namen vergessen.“

  1. Grüßt Menschen auf der Arbeit

Das gilt nicht nur für die Menschen die ihr kennt. „Die Person, der du auf dem Weg zum Meeting hallo sagst, könnte die Person sein, die beim Meeting neben dir sitzt. Dann habt ihr bereits eine kleine Verbindung aufgebaut.“

  1. Behaltet eure Finger zusammen, wenn ihr auf etwas zeigt

„Deutet mit einer offenen Handfläche und behaltet eure Finger zusammen“, schreibt Patcher. „Wenn ihr mit eurem Zeigefinger auf etwas zeigt, wirkt es aggressiv. Sowohl Männer als auch Frauen zeigen, aber Frauen tendieren dazu, es öfters zu machen als Männer.“

  1. Seid pünktlich

Pünktlichkeit ist im Arbeitsleben eine Voraussetzung. Verschwendet nicht die Zeit der anderen — das lässt euch sehr unprofessionell wirken.

Manchmal kann man nichts dagegen tun, wenn die Bahn Verspätung hat oder ein Autounfall die Straße blockiert. Dann solltet ihr aber auch Bescheid sagen, dass ihr euch verspäten werdet.

  1. Zieht niemals den Stuhl für jemanden nach hinten

Klar, die Tür offen halten gehört sich einfach. Den Stuhl sollte man allerdings nicht für eine Person unter dem Tisch hervorziehen — egal, was für ein Geschlecht die Person hat. „Sowohl Frauen als auch Männer können ihre eigenen Stühle hervorziehen.“

  1. Bestellt nichts, was zu teuer ist

Hin und wieder kann es passieren, dass man vom Chef, vom Unternehmen oder von Kollegen zum Essen eingeladen wird. Selbst wenn ihr in Versuchung geratet, solltet ihr auf keinen Fall das teuerste Gericht bestellen, schreibt Patcher. Mit einer Ausnahme: „Wenn euer Gast Empfehlungen macht, könnt ihr jede dieser Empfehlungen bestellen, auch wenn es besser ist, nicht die teuerste zu wählen.“ Gleiches gelte für Wein.

  1. Bestellt das gleiche wie euer Gast/Gastgeber

Damit ist nicht das gleiche Gericht gemeint — aber wenn euer Gast oder Gastgeber einen Nachtisch bestellt, solltet ihr es auch tun. Ihr wollt schließlich nicht, dass sich euer Gast unwohl fühlt, weil er einen Gang alleine essen muss.

  1. Fragt niemals nach einer To-go-Box

„Ihr seid für die Arbeit hier, nicht für die Essensreste“, schreibt Patcher. Auf Familienfeiern könnt ihr vielleicht die Reste einpacken — bei beruflichen Angelegenheiten solltet ihr das aber sein lassen.

  1. Der Gastgeber muss immer zahlen

Ihr habt die Leute eingeladen? Dann seid ihr der Gastgeber und solltet für eure Gäste die Rechnung zahlen. Wer das diskret machen möchte, kann den Tisch verlassen und außerhalb der Sichtweite der Gäste die Rechnung zahlen.

„Aber: Letzten Endes wollt ihr euch nicht über die Rechnung streiten. Wenn ein männlicher Gast darauf besteht zu zahlen, egal wie sehr sich die Gastgeberin bemüht, dann lasst ihn zahlen.“

  1. Bleibt nüchtern

Egal ob Weihnachtsfeier, Sommerfeier oder Betriebsausflug: Betrinkt euch nicht bei Veranstaltungen, die von eurer Arbeit organisiert werden. „Jobs wurden schon gekündigt und Karrieren ruiniert, weil Menschen betrunken gewesen sind und Dinge getan oder gesagt haben, die unangemessen waren“, weiß Patcher.

  1. Bereitet einen höflichen Abgang vor

Wenn ihr derjenige seid, der sich verabschiedet, solltet ihr auch dabei sprechen. „An diesem Punkt habt ihr die Kontrolle und es ist ein viel geschmeidigerer Abgang.“ Dazu könnt ihr im Vornherein Sätze vorbereiten, falls ihr eine Konversation schnell beenden müsst. Ihr könnt auch eine Ausrede erfinden: Ihr wollt noch etwas zu essen holen oder jemanden sprechen, bevor er/sie die Veranstaltung verlässt…

 

Erschienen unter Business Insider Deutschland

 

Ein „himmlischer“ Gentleman

Elegant man in a suit with glass of beverage and cigar in vintage room. Fashion.

Fragen Sie sich auch manchmal, wo er geblieben ist, oder was ihn von anderen Männern unterscheidet?

Gehört der Gentleman zur Spezies «englischer Mann», der antiquiert und emotionslos nicht mehr so recht ins 21. Jahrhundert passen möchte? Oder ist er ein Mann von Welt, ein Lebemann, der in massgeschneiderten Anzügen, rahmengenähten Schuhen und mit Louis Vuitton Taschen in 80 Tagen um die Welt jettet? Oder traf König Jakobs II. den Nagel auf den Kopf mit der Bemerkung, die Schaffung eines Gentlemans sei dem Allmächtigen vorbehalten?

Eine einheitliche und allgemeingültige Definition des Gentlemans gibt es nicht, und nein, auch Ihr Seelenheil hängt nicht davon ab, ob Sie als Gentleman eine Art Lebenskunst zelebrieren oder als ungehobelter Kauz durchs Leben stolpern. Nichtsdestotrotz – en vogue ist er wieder. Selbst ein Filmemacher wie Quentin Tarantino favorisiert eindeutig die Haltung des Gentlemans.

War es in der Vergangenheit unumgänglich, einer gesellschaftlichen Schicht anzugehören, in die man hinein geboren wurde und die über das weitere Schicksal bestimmte, haben wir heute zumindest in Europa eine gewisse Wahlmöglichkeit, für die es allen Grund gibt, dankbar zu sein.

Aber machen wir uns nichts vor, elitäre Netzwerke gab es schon immer und wird es immer geben, und auch Kleidung war nie unwesentlich und wird es nie sein. siehe Clip unten

Den Gentleman interessiert aber nur wenig, ob und was gerade in Mode ist. Er degratiert sich auch nicht selbst zur Witzfigur, wie in Guccis menswear präsentiert. Sein gefestigter Charakter, dem infantil mimosenhaftes Verhalten ebenso fremd ist wie überheblich machohaftes Gebaren, ist immun gegenüber plumper Manipulation. So gehört er zu denjenigen, die es nicht nötig haben, jedem Trend hinterher zu laufen. Ihm haftet in seiner Beständigkeit mitunter sogar etwas Langweiliges an.

Selbstverständlich ist es nicht der Weisheit letzter Schluss zu wissen, wann man einen Cut oder Smoking trägt, dass Krawatte und Einstecktuch nicht identisch sein sollte oder «Don’t wear brown after six» – zum «kleinen 1×1» eines echten Gentlemans gehören. Aber ein allseits gern gesehener Gast ist er allemal, manche Dame erhofft sich insgeheim, von einem Wiener Gentleman mit «gnädige Frau» und Handkuss begrüsst zu werden.

Ritterliche Tugenden

Sollten Sie zu den Leuten gehören, die in der Lage sind, Ihren Lebensunterhalt gänzlich ohne Arbeit zu bestreiten und zum Adel gehören, hätten Sie in der Vergangenheit alle Trümpfe in der Hand gehabt. Dies war die Voraussetzung, um die Würde eines Gentlemans zu erlangen. Das ist zum Glück passé. Zumal andere Kriterien einen wahrhaften Gentleman oder zu gut deutsch «Ehrenmann» auszeichnen. Es versteht sich von selbst, dass ein Ehrenmann nicht die «eigene Ehre» sucht. In diesem Zusammenhang sei auf das gentlemanlike Understatement eines Schweizer Luxus-Uhrenhersteller hingewiesen, der von sich sagte: «Ich habe Ruhm und Ehre nie gesucht. » Die bekannte englische Schriftstellerin Jane Austen (1775 – 1817) hatte in ihren Büchern (Filmen) ein besonderes Gespür, die echten von den unechten zu unterscheiden. Nicht die Vornehmheit, sondern die Tugenden adelten ihre Romanfiguren.

Wenn ritterliche Tugenden fehlen, dann gleicht der Gentleman eher einer  „schönen Flasche“ aber ohne Inhalt. Die Vorstellung, dass wahrer Adel nur durch die rechte Gesinnung eines Menschen und nicht durch Geburt erworben werden kann, wurde in der höfischen Literatur thematisiert. Daraus entwickelte sich auf der Grundlage des höfischen Gesellschaftsideals der sogenannte Tugendadel. Der wilde germanische Recke entwickelte sich Ritter. Ein wahrer Ritter musste demnach nicht bloss von seiner gesellschaftlichen Position, sondern primär von seiner Herzenshaltung her adelig sein. Es genügte, wenn seine moralische Gesinnung edel und rein war. Jede einzelne dieser zwölf Tugenden verdient es, erwähnt zu werden:

  • Demut
  • Würde
  • Freundlichkeit
  • seelische Hochstimmung
  • Höflichkeit
  • Tapferkeit
  • maßvolles Leben
  • Großzügigkeit
  • hingebungsvolle Liebe
  • Beständigkeit
  • Treue
  • Anstand

Diesen Tugendkatalog kann man sich natürlich nicht aneignen, wie die Regeln eines Knigge Ratgebers. Eine Erneuerung des «Geistes» und damit der Herzenshaltung ist Voraussetzung, um auch nur ansatzweise diesem «Ideal» folgen zu können. Weltlich betrachtet scheint es hier die Karriereleiter nicht nach oben, sondern nach unten zu gehen. Der schnelle Gewinn bleibt aus und obendrein kann eine solche Charakterschulung sehr, sehr lange dauern.  Dennoch lohnt es sich, diese Reise auf sich zu nehmen.

Hat sich der tapfere Gentleman in den Rittertugenden bewährt, darf auch mal getrost über stilistische Unkorrektheiten hinweggesehen werden. Ob die Krawattenspitze exakt einen Zentimeter unter dem Hosenbund beziehungsweise Gürtel endet, die falschen Schuhe zu feinem Anzug oder groben Tweed getragen werden oder die allzu farbigen Socken im Wettstreit zu den vollendeten Manieren stehen, ist dann sekundär. Zumal eine Lady manches übersehen, aber alles überblicken wird!

Die lange Version des  Artikels erschien zuerst bei The Cathwalk.

PS Kleider machen Leute….

 

Skandal in der Loge

3.3.2011, Wiener Opernball Eröffnung

Vielleicht fühlt sich manch‘ junge Frau in die Zeit zurückversetzt, als sie noch «Barbie» spielte, mit Begeisterung «Cinderella» oder später «Plötzlich Prinzessin» schaute. Alle, die über 15 sind, teilweise von Enttäuschungen geprägt, wissen inzwischen, dass dieser Mädchentraum leider nicht so ganz der Realität entspricht, obwohl die Sehnsucht nach einer heilen Welt, in der man geliebt wird und Liebe weitergeben kann, natürlich noch immer besteht.

Die grössten Chancen, diesen Traum wenigstens ein Stück weit zu verwirklichen, haben «Ladies», wenn sie gewisse Regeln befolgen. Denn im Gegensatz zur Frau wird man nicht als Lady geboren. Auch der Wiener Opernball, an dem ich selbst schon Walzer tanzte, macht aus Frauen keine Ladies. Aber Ladies sind auf solchen Bällen ein besonderer Blickfang. Sie strahlen eine natürliche Würde aus, die sich im Glanz des wunderschönen Ballsaales erst richtig entfaltet, besonders dann, wenn sie das Glück haben, von einem echten Gentleman begleitet zu sein.

Nicht die Grösse des Portemonnaies entscheidet über Sein oder Nichtsein eines Gentleman oder einer Lady, auch ein 20.000 Euro teures Ballkleid macht eine Frau noch lange nicht zur Lady, und ein Dekolleté, welches Einblicke gewährt, als handle es sich um ein Fotoshooting für den Playboy, ist einer Lady schlicht unwürdig.

Oftmals entpuppt es sich als Trauerspiel, in das sich manche junge Frau hineinmanövriert und das Image, eine Bitch zu sein, nicht mehr los wird. So ziert der Baulöwe Richard Lugner (84) inzwischen mit der fünften Ehe-Frau (26) an seiner Seite alljährlich den Opernball, bei denen die Frauen immer jünger, die Ausschnitte immer grösser und die Auftritte immer peinlicher werden.

Aber es gibt sie – die Ladies – die ehemaligen Organisatorinnen des Opernballs die Grand Old Lady Lotte Tobisch-Labotyn

, der Inbegriff der Wiener Salon Dame und die Besitzerin des berühmten Hotels Sacher, Elisabeth Gürtler, scheinen einen besseren Weg gewählt zu haben. Elisaneth Gürtler erinnert ein wenig an Margaret Thatcher, nicht umsonst sind die beiden ehrgeizigen und selbstbewussten Frauen mit dem gleichen Titel «eiserne Lady» gekrönt worden. Solchen Frauen kann selbst das Alter nichts anhaben, sie sind und bleiben Ladies und als solche auch in Erinnerung.

Herzogin Catherine konnte sich Dank Königin Elisabeth II., welche auch schon zu Gast im Hotel Sacher war,  zumindest äusserlich zur Lady entwickeln, nachdem ihr die persönliche Stilberaterin der Königin zur Seite gestellt wurde. Sie soll dafür sorgen, dass Herzogin Catherine künftig angemessen auftritt.

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Charakterliche Tugenden begleiten eine echte Lady genauso wie ihre Kleidung, deshalb soll beides in diesem Blog nicht zu kurz kommen. Ja, ein hohes Ideal, dem es nachzueifern lohnt, denn eine Lady hat Stil, Würde, Mitgefühl und ein gesundes Selbstwertgefühl.